Fragen und Antworten

Normale Augenveränderungen bei denen es sich nicht um eine Krankheit handelt

1. Das sogenannte „Trockene Auge“, "Office-Eye-Syndrom"

Beschwerden:

  • tränen, drücken, stechen des Auges, Drückgefühl "hinter" dem Auge,
  • Verschwommensehen während des Fernsehens , bei der Arbeit am PC oder Lesen von Büchern oder während des Autofahrens,
  • Tränen der Augen beim Wechsel Warm- Kalt im Winter
  • Rötung des Auges.

Ursache: Eine Änderung in der Zusammensetzung des Tränenfilms. So ist weniger Fett im Tränenfilm vorhanden, Das Lid bewegt sich über das Auge wie ein Scharnier. Es entsteht hier Reibung zwischen der Augenoberfläche und der Lidinnenfläche. Wie auch bei Lagern in der Technik –zum Beispiel PKW – müssen derartige Lager gefettet werden um die Reibung zwischen der Augenoberfläche und der Lidinnenfläche zu vermeiden. Fehlt dieses Fett durch altersbedingte oder hormonelle Störungen kommt es zu den genannten Beschwerden, die bis zu einer Entzündung der Augenoberfläche gehen können.

Zur Beseitigung dieser Beschwerden ist kein Arztbesuch notwendig. In der Apotheke frei erhältliche sogenannte „Tränenersatzmittel“ beseitigen diese Beschwerden. Die Tränenersatzmittel (künstlichen Tränen) enthalten unterschiedliche Mittel zum Ersatz des körpereigenen Fettes im Tränenfilm. Die Linderung der Beschwerden ist also nicht bei allen Tränenersatzmittel gleich.

Man kann Tränenersatzmittel bedenkenlos über Jahrzehnte verwenden. Die Häufigkeit der Anwendung muss jeder Patient für sich selber herausfinden. Man kann diese Mittel bei Bedarf auch stündlich nehmen. Für Allergiker und Kontaktlinsenträger gibt es „künstliche Tränenflüssigkeit“ ohne Konservierungsstoffe, da diese sich in Kontaktlinsen einlagern oder allergische Bindehautentzündungen hervorrufen können. Bei weiterem Bestehen der Beschwerden trotz 5-6 maliger Applikation der Trännenersatzmittel pro Tag müssen gelige Tränenersatzmittel oder Augensalben verwendet werden.

Kommt es trotzdem zu keiner Besserung der Beschwerden ist der Augenarzt aufzusuchen. Die Kosten für Tränenersatzmittel werden von den Gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Ausnahme: Patienten mit Sjögren Syndrom sowie bestimmten Autoimmunerkrankungen.

Informationsbroschüre zum "Trockenen Auge" (bitte anklicken)

 

2. Sehen von schwarzen Punkten oder Würmern mit meist flimmerndem Rand. (mouches volantes)

Ursache: Das Auge ist als Kugel mit einer gelartigen durchsichtigen Substanz gefüllt (Glaskörper). Diese Substanz wächst bis in das erste Lebensjahr. Danach altert diese Substanz. Wie alle Gele sinkt die Substanz im Laufe Zeit in sich zusammen und bildet dünnere und dichtere Stellen. Die dichteren Stellen haben die Form von Strängen, Schwaden oder Ringen. Diese Verdichtungen stören nur wenn sie in den Bereich der Pupille kommen. Sie bewegen sich beim Sehen mit dem Auge mit. Es handelt sich dabei um harmlose Veränderung die jeder Mensch im Laufe seines Lebens mehr oder weniger ausgeprägt hat. Die Veränderungen verschwinden mit der Zeit oder es findet eine Gewöhnung statt.

Auch hier gilt: bei ausgeprägtem Seitenunterschied oder starken Beschwerden ist der Augenarzt aufzusuchen.
Eine sinnvolle Therapie dieser zeitweise stärker störenden Veränderungen gibt es nicht.

Information zu den "Augenmücken" (bitte anklicken)


3. Immer wieder auftretende schmerzhafte Einrisse im äußeren Lidwinkel mit dem Gefühl eines Fremdkörpers im Auge. Ursache trockene Lidhaut. Abhilfe schafft hier eine einfache fettende Lidcreme ( 2x täglich auf die betreffende Stelle auftragen).


4. Vermehrte Tränensäcke am Morgen bei nicht gerötetem Auge. Meist sind Frauen betroffen. Frauen haben hormonell bedingt eine weichere Haut. Dadurch schnellere und stärkere Faltenbildung . Sollten die Tränsäcke mit Übergewicht und Bluthochdruck einhergehen fällt die Therapie in den Bereich des Hausarztes. Zuerst sollte hier die Therapie des Hypertonus überprüft werden. Es handelt sich oft um Wassereinlagerungen im Rahmen des Hypertonus. Wenn der Hausarzt keine Auffälligkeiten feststellt bleibt nur noch die Möglichkeit der Anwendung hautstraffender Lidsalben oder gegebenenfalls einer kosmetischen Operation (hautstraffende Op, Unterspritzung mit Hyaluronsäure). Die Kosten einer solchen Operation werden von der Kasse nicht getragen.


5. Verschlechterung der Lesefähigkeit ab dem 40 Lebensjahr.

Sogenannte Altersichtigkeit.
Ursache: Nachlassen des Umstellmechanismus von Nah auf Fern.
Therapie: Lesebrille


Wie oft soll man zur Routinekontrolle zum Augenaugenarzt?

 

  • ab dem 40. Lebensjahr alle 3-4 Jahre, ab dem 50. Lebensjahr alle 2-3 Jahre, ab dem 60. Lebensjahr alle 1-2 Jahre Kontrolle der Augen
  • Wenn nur ein Auge vorhanden ist oder auf einem Auge nur gut gesehen wird (z.B. Schielen)-halbiert sich der notwendig Kontrollzeitraum.
  • Bei kurzsichtigen Patienten mit einer Brillenstärke über 3 Dioptrien Kontrolle des Augenhintergrundes bei weiter Pupille zum Ausschluß von Rissen , Löchern oder Schwachstellen der Sehschicht alle 3-4 Jahre
  • Ab dem 60. Lebensjahr alle 2-3 Jahre Kontrolle der Augen zum Ausschluß eines erhöhten Augeninnendrucks und Glaukoms, Trübung der Augenlinse, Durchblutungsstörungen der Sehschicht, Gefäßveränderungen.

gute allgemeine Informationen zu Themen rund ums Auge finden Sie auch auf der Seite des Berufsverbandes der Augenärzte

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