Altersbedingte Makuladegeneration

Die Makula

Die Makula, oder wie sie auch genannt wird, der gelbe Fleck ist die Stelle der Sehschicht des Auges, mit der die volle Sehschärfe erreicht wird. Sie hat nur die Größe einer Streichholzkuppe. Die übrige Sehschicht, die um ein Vielfaches größer ist, hat eine minimale Sehleistung (1-5%).

Um die hohe Sehschärfe zu erreichen besitzt die Makula keine eigenen Blutgefäße. Dies ist der Grund für unsere ausgezeichnete Sehschärfe aber auch der Schwachpunkt der Makula. Die Stelle des schärfsten Sehens wird ausschließlich von ihrer Unterlage ernährt. Durchblutungsstörungen im Alter treffen die Stelle des schärfsten Sehens zuerst.

 

Entstehung

Im Alter kommt es zu einer allgemeinen Verschlechterung der Durchblutung. Die Makula reagiert auf diese Durchblutungsstörungen stark. Die übrige Sehschicht kann diese Verschlechterung der Durchblutung durch ihre eigenen Blutgefäße ausgleichen.
Zusätzlich wird die Makula als Sammelpunkt des Lichtes im Auge im Laufe des Lebens einer starken Lichtbelastung ausgesetzt. Das führt zu einer weiteren Schädigung.
Die Veränderungen der Sehschicht sind:

  1. Ansammlung von Stoffen in der Sehschicht (trockene Makuladegeneration)
  2. Absterben der Sehschicht (trockene Makuladegeneration)
  3. Gefäßwucherungen unter der Sehschicht (ca. 30%- feuchte Makuladegeneration)

abgestorbene Sehschicht

Einlagerungen in der Sehschicht

Die Gefäßwucherungen sind nicht sichtbar. Man erkennt die abgehobene Sehschicht

Ursachen

Ursachen sind neben dem Alter (ab dem 60. Lebensjahr) und Veranlagung (Vererbung) auch alle die Blutgefäße schädigenden Prozesse wie erhöhte Blutfettwerte, Rauchen und Bluthochdruck.

Arten

Es gibt zwei Arten der Makuladegeneration.

1. die trockene Makuladegeneration: die häufigste Form. Es kommt durch die schlechte Durchblutung der Sehschicht zu einer Minderdurchblutung und "Austrocknung" der Sehschicht. Die Sehschicht stirbt ab.

die trockene Makuladegeneration entwickelt sich langsam und schreitet langsam weiter- sie wird deshalb im Volksmund als die "gute" Makuladegeneration bezeichnet, obwohl sie auch im Endstadium zu praktischer Erblindung führt.

 

 

2. bei 25-30 Prozent aller Patienten mit trockener Makuladegeneration entsteht eine feuchte Makuladegeneration. Es handelt sich dabei um  eine Fehlreparatur der Sehschicht. Die trockene Sehschicht sendet Signale aus, die einen Durchblutungsmangel zeigen. Die übrige Netzhaut und Aderhaut erkennt dies und reagiert mit einer Gefäßneubildung- Gefäßwucherung.

 

 

Statt eine Verbesserung der Funktion und Durchblutung der Sehschicht zu bewirken zerstört diese Gefäßwucherung die Sehschicht im Bereich der Makula. Grund: die neugebildeten Gefäße wachsen ziellos und sind undicht.

 

Unbehandelt führt die feuchte Makuladegeneration bei den meisten Patienten zu einer massiven Minderung der Sehschärfe auf die Wahrnehmung von hell/dunkel. Einzelheiten werden nicht mehr gesehen. 

die feuchte Makuladegeneration führt unbehandelt innerhalb kurzer Zeit zur praktischen Erblindung - deshalb auch die Bezeichnung "schlechte" Makuladegeneration im Volksmund.  

 

Krankheitszeichen

Die Beschwerden sind recht unterschiedlich und kommen nicht nur bei der Makuladegeneration vor. Die Worte einer Schriftseite sind beim Lesen verschwommen , die Farben werden blasser. Später erscheint die Mitte des Blickfeldes des Auges leer oder als grauer Fleck („Ich kann die Leute auf der Straße nicht mehr erkennen“) und  im fortgeschrittenen Stadium sind gerade Linien verbogen.

Vorbeugung

Ursachen die man beeinflussen kann muß man ausschalten, um ein Fortschreiten des Prozesses wenigstens zu verlangsamen (Blutdruck, Blutzucker und Blutfette müssen reguliert sein; auf das Rauchen verzichten).

Behandlungsmöglichkeiten

Man kann nur die seltenere Form der Makuladegeneration behandeln, bei der Gefäße unter der Sehschicht wuchern und die Sehschicht zerstören. Dabei werden die wuchernden Gefäße mit gefäßhemmenden Stoffen verschlossen. Diese Therapie ist nur bei frischen Gefäßwucherungen wirksam. Bei dieser Therapie ist ein dauerhafter Erhalt der Sehschärfe oder auch eine Verbesserung der Sehschärfe möglich.

Nach ca. ein bis zwei Jahren wirken die gefäßhemmenden Stoffe nicht mehr und die Gefäßwucherung wird dann wieder aktiv und muß erneut behandelt werden.

Es kann also keine dauerhafte Heilung, sondern nur eine Stabilisierung des Sehvermögens oder eine starke Verlangsamung der Verschlechterung des Sehens erreicht werden. Eine mögliche Therapie ist trotzdem immer sinnvoll, da eine Verlängerung einer Sehschärfe, die Lesen und Fernsehen ermöglicht in puncto Lebensqualität unbezahlbar ist.  Die Kosten für derartige Behandlungen werden derzeit fast vollständig von den Krankenkassen übernommen.


Wenn keine Gefäßwucherungen unter der Sehschicht vorliegen ("trockene" häufigste Form der altersbedingten Makuladegeneration) ist häufig bei der altersbedingten Makuladegeneration eine Verlangsamung oder Aufhalten des Fortschreitens durch „ Nahrungsergänzungsmittel“ möglich.

Zur Verdeutlichung des Degenerationsprozesses folgende Abbildungen.

Bild 1 zeigt den Augenhintergrund eines gesunden Patienten, Bild 2 den Augenhintergrund eines Patienten mit altersbedingter Makuladegeneraration. Man sieht beim Vergleich nur geringe Unterschiede. Erst in der Gefäßdarstellung Bild 3  wird deutlich, dass bei der altersbedingten Makuladegeneration eine Gefäßwucherung unter der Sehschicht vorhanden ist, aus der nebelartig Flüssigkeit austritt. Es handelt sich hier um eine frische Gefäßwucherung bei der durch Behandlung eine Verbesserung der Sehschärfe von 20 auf 70 Prozent erreicht wurde.

Zur Vergrößerung der Bilder bitte jeweils auf das Bild klicken.

Zum Schluß

Genau genommen ist die altersbedingte Makuladegeneration keine Erkrankung sondern ein Alterungsprozess der Sehschicht, der bei jedem Menschen anders verläuft. Man kann diesen Prozess aufhalten oder verlangsamen, er muss dazu rechtzeitig erkannt werden.

Der Grund für das derzeit häufige Auftreten liegt in der heute hohen durchschnittlichen Lebenserwartung von über 70 bis über 80 Jahren (1900 lag die durchschnittliche Lebenserwartung bei ca. 65 Jahren).