die sicherste und häufigste Operation weltweit

was ist der graue Star ?

 

Der graue Star ist eine Trübung im Auge, die jeder Mensch bekommt, wenn er alt genug wird. Selten sind Verletzungen, Entzündungen oder Anderes die Ursache. Augentropfen oder Tabletten als Therapie helfen nicht. Durch eine kleine Operation wird die Trübung (der graue Star) bei Bedarf entfernt.

Zeichen

Ab dem 65. Lebensjahr entwickelt sich  bei den meisten Menschen langsam die Linsentrübung (Katarakt). Durch diese Trübung sieht man wie durch eine Milchglasscheibe.

Typische Zeichen sind:

• verstärkte Blendung
• vermehrter Lichtbedarf 
• Zunahme einer Kurzsichtigkeit
• Abnahme der Sehschärfe
• Verschlechterung des Farbsehen
• Doppeltsehen
• Seitenunterschied beim Sehen

Ursachen

Am häufigsten ist die sogenannte "Alterskatarakt" durch den natürlichen Alterungsprozess. Eine Katarakt entwickeln alle Menschen im Laufe ihres Lebens. Wenige schon mit 50 Jahren, die anderen erst mit 75 Jahren oder später. Die meisten Menschen werden mit Mitte siebzig am grauen Star operiert.

Der unterschiedliche Zeitpunkt der Entstehung einer Katarakt hat neben einer genetischen Ursache (vererbte Veranlagung) auch äußere Ursachen. UV-Licht ist so ein äußerer Faktor.

Weitere Ursachen des grauen Stars sind sind:

  • angeborener Schaden der Augenlinse
  • vererbt (z.B. bestimmte Formen erblicher Muskelschwäche)
  • Medikamente (z.B. langjähriger Gebrauch von Cortison)
  • Augenverletzung oder Augenoperation
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Entzündungen des Auges
  • Hauterkrankungen
  • starkes Rauchen und Fehlernährung
Verlauf

Das Fortschreiten der Linsentrübung kann sehr schnell - innerhalb von Monaten, oder langsam - über Jahre hinweg erfolgen.

Durch die Farbänderung der Linse (wird zunehmend graubraun) ändern sich die Brechwerte der Augenlinse und damit auch die Brillenwerte. Dadurch ändert sich die Stärke der benötigten Brillengläser innerhalb kurzer Zeit (häufig neue Brille).

Das kann sich anfangs durchaus positiv sein. Ein zuvor weitsichtiges Auge wird kurzsichtig (Zitat eines Patienten „ich brauche keine Brille mehr zum Lesen“).

Bei allen Betroffenen kommt es im weiteren Verlauf zu Sehminderungen und Blendungserscheinungen.

Die meisten Menschen werden zwischen dem siebzigsten und achtzigsten Lebensjahr am grauen Star operiert. 

richtiger Zeitpunkt der Operation

Der beste Zeitpunkt für die Operation, ist individuell unterschiedlich. Als Regel gilt, dass eine Kataraktoperation zu empfehlen ist, wenn die Sehschärfe unter die Hälfte der normalen Sehschärfe abgesunken ist , die Augenlinse braun (hart) wird, ein starker Seitenunterschied der Brillenwerte durch den grauen Star, der durch Brillengläser nicht mehr ausgeglichen werden kann vorliegt  oder massive Blendung vorhanden ist.

Bei einer stark durchgetrübten harten Linse (braune Linse) ist eine baldige Operation notwendig, da die Operation durch die harte Linse bei längerem Zuwarten nicht mehr über einen kleinen Zugang (2-3mm) sondern nur noch über einen großen Zugang 15 mm! gemacht werden kann. Die Sehergebnisse sind dann schlechter (1).  Auch kann es während der Operation und in der Heilungsphase vermehrt zu Problemen kommen (2).

 

(1) Erklärung: je größer der Schnitt bei der Operation ist, desto größer die Narbe an dieser Stelle. Diese Narbe liegt nicht in der Sehachse, bewirkt aber eine Verziehung der Oberfläche des Auges. Dadurch entsteht eine Hornhautverkrümmung die sich in einer Brille nicht voll ausgleichen lässt. Dadurch ist Sehschärfe mit Brille an einem Auge mit großem Operationszugang nicht so gut wie an einem Auge mit kleinem Operationszugang.

(2) eine harte Linse benötigt mehr Energie um zerkleinert zu werden, dadurch kommt es nach der Operation zu stärkeren vorübergehenden Reizungen des Auges und  verzögerter Heilung oder zu Wassereinlagerungen in der Außenschicht des Auges.

 

 

Vorbeugung des grauen Stars

Es gibt keine Medikamente, Diäten, Augenübungen oder Änderungen der Lebensweise, die die Entwicklung eines grauen Stars(Altersstar) verhindern können (gesunde Ernährung und Lebensweise vorausgesetzt). Die einzige Behandlungsmöglichkeit ist die Operation.

Operation

Die Kataraktoperation ist die häufigste und erfolgreichste Operation in der gesamten Medizin und wird weltweit jedes Jahr millionenfach durchgeführt. Bei der Operation wird die getrübte Augenlinse im Auge zerkleinert und durch einen 2-3mm großen Zugang abgesaugt. Die Operation erfolgt in örtlicher Betäubung. Eine Vollnarkose wird nur in Ausnahmefällen angewandt.

Die Operation des Grauen Stars

örtliche Betäubung

Hier bestehen verschiedene Möglichkeiten, deren Vor- und Nachteile vom Operateur mit Ihnen vor der Operation besprochen werden.

  • Betäubungsgel
  • Betäubungsspritze neben dem Auge
Mit Spritze

Ist die am häufigsten angewandte Methode. Dabei wird neben das Auge ein Betäubungsmittel gespritzt. Vorteil dieser Methode: das Auge ist bei der Operation ruhig (kann vom Patienten nicht bewegt werden) und es treten nach der Operation weniger Schmerzen auf, da die Spritze auch für ungefähr zwei Tage schmerzstillend wirkt. Selten wird dabei ein kleines Blutgefäß getroffen und es entsteht ein harmloser kleiner "blauer" Fleck.

mit Betäubungsgel

Hierbei wird nur ein Betäubungsgel auf die Augenoberfläche gegeben.

Vorteil:  bei Patienten mit Blutverdünnung (Marcumar o.ä.) muss die Therapie der Blutverdünnung vor der Operation nicht verändert werden. 

Nachteil: in den ersten Tagen nach der Operation ein stärkeres Drücken des Auges im Gegensatz zur Betäubung mit Spritze. 

Operationsschritte

Am oberen Rand der Hornhaut (klarer Teil der Außenfläche des Auges) wird ein nur 2-3 Millimeter breiter Schnitt gemacht, durch den die Linse entfernt wird. Die trübe Linse wird bei der Operation durch eine klare Kunstlinse ersetzt. Diese neue Linse ist starr.

Eine bewegliche Linse, die wie in der Jugend ein Sehen in der Nähe und der Ferne ermöglicht gibt es leider nicht. Lediglich starre Linsen, die mehrere optische Zonen haben ermöglichen sowohl das Sehen in der Ferne und auch das Lesen in der Nähe ohne Brille. Nachteil dieser Linsen ist aber eine schlechtere Sehschärfe sowohl in der Ferne als auch in der Nähe und Probleme bei etwaigen Folgeoperationen am Auge. Auch leiden Patienten mit diesen Linsen häufig unter störenden Blendungsphänomenen. Diese Linsen sind nur in Ausnahmefällen zu empfehlen und sinnvoll. Die beste Linse ist derzeit eine Einstärkenlinse (monofokal).

Die neue Linse muss wie ein Brillenglas bestimmt werden.  Die Sehschärfe und Sehqualität ist nach der Operation umso höher, je genauer diese Bestimmung ist.
Es gibt zwei Methoden Der Bestimmung:

  1. Ultraschallmessung – hierbei sind stärkere Abweichungen vom Zielwert die Regel und entsprechend starke Brillenwerte der Fernbrille oder Probleme beim beidäugigen Sehen nach der Operation häufiger
  2. Lasermessung – ermöglicht bei den meisten Patienten ein Sehen in der Ferne nach der Operation ohne Brille. Manche Patienten benötigen lediglich für das Autofahren eine leichte Brille. Diese Messung ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse, sondern muss privat gezahlt werden.
nur zur Operation in den OP oder mehrere Tage Krankenhausaufenthalt?

Bei fast allen Patienten ist eine ambulante Operation möglich. Der Patient ist nur zur Operation in der Praxis und kann am gleichen Tag wieder nach Hause gehen. Nur in Ausnahmefällen erfolgt die Operation stationär mit mehreren Tagen Krankenhausaufenthalt (zusätzliche Augenerkrankungen,Voroperationen des Auges, bestimmte Allgemeinerkrankungen,sehr schlechter Allgemeinzustand des Patienten).

welche neue Linse?

Monofokale Linsen mit einem Filter zum Schutz der Makula sind der Standard und auch für fast alle Patienten die optimale Linse. 

Multifokale Linsen führen neben einem reduzierten Kontrastsehen unter Umständen zu Schattenbildern, Lichthöfen und dem Sehen anderer störender Blendungsphänomene. Durch die Verminderung Sehschärfe sind sie bei zusätzlichen Alterserkrankungen des Auges wie altersbedingter Makuladegeneration, diabetischen Veränderungen, Gliose der Makula , Z.n. Gefäßverschlüssen u.a. nicht sinnvoll. Da derartige Altersveränderungen die meisten Menschen entwickeln oder im Alter haben ist die multifokale Intraokularlinse nur in Einzelfällen sinnvoll.

Wie läuft die Katarakt-Operation ab?

Die Operation dauert nur ca.5-10 Minuten (Vorbereitungszeit 2-3 Stunden).

Durch den knapp 2 bis 3 mm grossen Zugang in das Augeninnere wird zunächst die äußere Linsenkapsel (Hülle der natürlichen Linse) entfernt. Die restliche Linsenkapsel wird belassen und dient als Halteapparat der neuen künstlichen Linse.

Anschließend wird die eingetrübte Linse (Katarakt-grauer Star) mittels eines stabförmigen kleinen Instrumentes zerkleinert und abgesaugt.

Danach wird in die Halterung der alten Linse (Linsenkapsel) die neue künstliche Linse eingesetzt.

Laser bei der Operation

Die neueste Methode besteht darin die Hornhaut, die Linsenkapsel (Außenschicht der getrübten Linse) mit Laser zu eröffnen und auch Teile der Linse mit Laser zu verflüssigen (Femtosekundenlaser). 

Vorteil: Es wird weniger Ultraschallenergie zum Zerkleinern der Linse verwendet. Die Öffnungen der Auges und der Linse sind präzise.

Nachteil: die Operation dauert länger. Die Operation kann nicht angewandt werden wenn die Pupille nicht richtig weit wird. Die Kosten werden nicht von der gesetzlichen Krankenkasse getragen ca. 1200 Euro pro Auge.

Zusammenfassung

Der graue Star ist meist eine normale Altersveränderung die jeder Mensch bekommt, wenn er das entsprechende Alter erreicht. Der Zeitpunkt der Operation liegt im Schnitt bei Mitte Siebzig.

Es werden pro Jahr in Deutschland über eine Million Operationen des grauen Stars durchgeführt. Es ist die am meisten durchgeführte und zugleich erfolgreichste Operation weltweit.

woher kommt der Name "grauer Star"?

Der Name (grauer Star)hat nichts mit einem Vogel zu tun. Es gibt etliche Erklärungen für den aus dem Volksmund stammenden Namen, wobei die am naheliegendsten Erklärungen der Vergleich mit dem Aussehen erstarrten Glases sind (erstarren=Star) oder dem starren Blick der Menschen mit sehr weit fortgeschrittener Linsentrübung. Durch den Mangel an Sehschärfe hat der Betroffene Probleme etwas zu Erkennen und betrachtet es länger-er starrt es an.

Verständlicher ist die Bezeichnung "Katarakt" (Wasserfall). Der Betroffene sieht wie durch eine Nebelwand oder durch einen Wasserfall.

 

häufige Fragen

Muss ich vor der Operation Medikamente weglassen
  • Aspirin sollte 10 Tage vor der Operation abgesetzt werden und kann direkt postoperativ wieder genommen werden
  • Marcumar wird präoperativ auf Heparinspritzen umgesetzt werden, es kann aber auch belassen werden, dann wird bei der Operation nur mit Augentropfen bzw. Gel betäubt
Kann ich nach der Operation nach Hause

in fast allen Fällen können Sie direkt nach der Operation nach Hause gehen, nur selten muss die Operation in einer Klinik mit 1-2 Tagen Aufenthalt durchgeführt werden.

Brauche ich nach der Operation eine Begleitung und zu Hause Betreuung

Ja. Da Sie nach der Operation einen Verband auf das operierte Auge bekommen und Sie vorübergehend nur ein Auge nutzen können ist Begleitung bei der Operation notwendig. Der Verband wird am Tag nach der Operation entfernt.

Welche Beschwerden sind nach der Operation normal

Drücken, Brennen und Stechen (insbesondere nach Gabe von Augentropfen) sind in den ersten Tagen normal. Die Sehverbesserung durch die Operation kann schon am ersten Tag vorhanden sein, es braucht mitunter aber auch bis zu zwei Wochen bis die durch die Staroperation zu erreichende Sehschärfe vorhanden ist.

Welche Dinge darf ich nach der Operation nicht machen?

Schweres Heben,Bücken, schwere körperliche Belastung (Tragen von Dingen über ca. 10 kg)  und Sport soll in den ersten zwei Wochen unterlassen werden. Auch sollte zwei Wochen lang beim Waschen und Haarewaschen darauf geachtet werden, dass keine Flüssigkeitin in das operierte Auge kommt (nicht wegen Infektionsgefahr, sondern wegen Reizung der Augenoberfläche durch den Seifenschaum).

Wie lange bin ich arbeitsunfähig?

Zwei Wochen.