Altersbedingte Makuladegeneration

 

 

 

 

Die Makula, oder wie sie auch genannt wird, der gelbe Fleck ist die Stelle der Sehschicht des Auges, mit der die volle Sehschärfe erreicht wird. Sie hat nur die Größe einer Streichholzkuppe. Die übrige Sehschicht, die um ein Vielfaches größer ist, hat eine minimale Sehleistung.
Um die hohe Sehschärfe zu erreichen besitzt die Makula keine eigenen Blutgefäße. Dies ist der Grund für unsere ausgezeichnete Sehschärfe aber auch der Schwachpunkt der Makula. Die Stelle des schärfsten Sehens wird ausschließlich von ihrer Unterlage ernährt.

Im Alter kommt es zur allgemeinen Verschlechterung der Durchblutung. Die Makula reagiert auf diese Durchblutungsstörungen stark. Die übrige Sehschicht kann diese Verschlechterung der Durchblutung durch ihre eigenen Blutgefäße ausgleichen.
Zusätzlich wird die Makula als Sammelpunkt des Lichtes im Auge im Laufe des Lebens einer starken Lichtbelastung ausgesetzt. Das führt zu einer weiteren Schädigung.
Die Veränderungen der Sehschicht sind:

  1. Ansammlung von Stoffen in der Sehschicht
  2. Absterben der Sehschicht
  3. Gefäßwucherungen unter der Sehschicht (selten)
abgestorbene Sehschicht
Einlagerungen in der Sehschicht
Die Gefäßwucherungen sind nicht sichtbar. Man erkennt die abgehobene Sehschicht
Ursachen sind neben dem Alter (ab dem 60. Lebensjahr) auch alle die Blutgefäße schädigenden Prozesse wie erhöhte Blutfettwerte, Rauchen und Bluthochdruck.
Die Beschwerden sind recht unterschiedlich und kommen nicht nur bei der Makuladegeneration vor. Die Worte einer Schriftseite sind verschwommen , die Farben werden blasser. Im Weiteren erscheint die Mitte des Blickfeldes des Auges leer oder als grauer Fleck („Ich kann die Leute auf der Straße nicht mehr erkennen“) und teilweise sind gerade Linien verbogen.
Ursachen die man beeinflussen kann muß man ausschalten, um ein Fortschreiten des Prozesses wenigstens zu verlangsamen (Blutdruck, Blutzucker und Blutfette müssen reguliert sein; auf das Rauchen verzichten).

Man kann nur die seltenere Form der Makuladegeneration behandeln, bei der Gefäße unter der Sehschicht wuchern. Dabei werden die wuchernden Gefäße mit gefäßhemmenden Stoffen verschlossen. Diese Therapie ist nur bei frischen Gefäßwucherungen wirksam. Bei dieser Therapie ist kein dauerhafter Erhalt der Sehschärfe möglich. Nach ein bis zwei Jahren wirken die gefäßhemmenden Stoffe nicht mehr. Es kann also keine Heilung, sondern nur ein Hinauszörgern des weitgehenden Verlustes des Sehvermögens erreicht werden. Eine mögliche Therapie ist trotzdem immer sinnvoll, da eine Verlängerung einer Sehschärfe , die Lesen und Fernsehen ermöglicht in puncto Lebensqualität unbezahlbar ist.  Die Kosten für derartige Behandlungen werden derzeit fast vollständig von den Krankenkassen übernommen.
Wenn keine Gefäßwucherungen unter der Sehschicht vorliegen (häufigste Form der altersbedingten Makuladegeneration) ist häufig bei der altersbedingten Makuladegeneration eine Verlangsamung oder Aufhalten des Fortschreitens durch „ Nahrungsergänzungsmittel“ möglich.

Zur Verdeutlichung des Degenerationsprozesses folgende Abbildungen.

Bild 1 zeigt den Augenhintergrund eines gesunden Patienten, Bild 2 den Augenhintergrund eines Patienten mit altersbedingter Makuladegeneraration. Man sieht beim Vergleich nur geringe Unterschiede. Erst in der Gefäßdarstellung Bild 3  wird deutlich, dass bei der altersbedingten Makuladegeneration eine Gefäßwucherung unter der Sehschicht vorhanden ist, aus der nebelartig Flüssigkeit austritt. Es handelt sich hier um eine frische Gefäßwucherung bei der durch Behandlung eine Verbesserung der Sehschärfe von 20 auf 70 Prozent erreicht wurde.

Zur Vergrößerung der Bilder bitte jeweils auf das Bild klicken.

Augenarzt Kronach - Makula Augenarzt Kronach - Makula - normal Augenarzt Kronach - Gefäß
Bild 1
Bild 2
Bild 3
     
Genau genommen ist die altersbedingte Makuladegeneration keine Erkrankung sondern ein Alterungsprozess der Sehschicht, der bei jedem Menschen anders verläuft. Man kann diesen Prozess aufhalten oder verlangsamen, er muss dazu rechtzeitig erkannt werden.

Der Grund für das derzeit häufige Auftreten liegt in der heute hohen durchschnittlichen Lebenserwartung von über 70 bis 80Jahren (1900 lag die durchschnittliche Lebenserwartung bei ca. 65 Jahren).
   
 
Praxis Dr. Eckbert Schnitzler - Facharzt für Augenheilkunde - Adolf-Kolping-Straße 12 - 96317 Kronach - Tel.: 0 92 61 - 96 41 21